Die Zuflüsse zum Hangeweiher

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Pau/Paunelle, Klotzweiderbach und Kannegießerbach

Mehrere kleine Bäche führen dem Hangeweiher ihr Wasser zu. Der bedeutendste davon ist die Pau. Ihre Quelle liegt in einem Stollen am Eberburgweg, in der Nähe von Gut Weyern. Das Quellwasser wird hier gefasst und direkt unterirdisch in einer Verrohrung abgeführt. Erst beim Colynshof kommt das Wasser ans Tageslicht – um nach kurzer Fließstrecke wieder im Untergrund zu verschwinden. Zutage tritt es dann erneut am Tritonenbrunnen (bzw. im Winter ein Stück weiter unterhalb). Diese imposante Brunnenanlage des griechischen Meeresgottes wurde 1906 von Professor Karl Burger erschaffen und zierte ursprünglich den Vorplatz des Hauptbahnhofs. 1923 wurde der Brunnen an seinen heutigen Standort versetzt. 

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Paubach-Druckrohrleitung, Plan von 1924 (Auszug)

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Paubach-Tal, vom Tritonen-Brunnen aus gesehen

Von hier fließt die Pau leidlich naturnah in einem auf beiden Seiten von Straßen eingefassten schmalen Tal dem Hangeweiher zu. Dieser Talzug gehört noch zum Gartendenkmal Kaiser-Friedrich-Park. Allerdings ist das Gelände aufgrund fehlender Pflegeeingriffe inzwischen vollständig mit Brombeeren und wuchernden Ziergehölzen so zugewachsen, dass weder der Bachlauf noch der Parkcharakter mehr erkennbar sind. Schön wäre es aber, wenn auch Mensch den Bach wieder wahrnehmen könnte, zumal viele der wuchernden Sträucher und Stauden nicht heimisch und standortfremd sind. Eine Neugestaltung unter ökologischen Gesichtspunkten, die gleichzeitig den Parkcharakter aufgreift, sollte möglich sein.

Noch einmal muss das Wasser durch eine Verrohrung, bevor es ab dem Aussichtsrondell oberhalb des Hangeweihers über künstlich geschaffene Kaskaden dem Stauweiher zufließt.

Kurz bevor die Pau unter der kleinen Bogenbrücke hindurch in den Hangeweiher strömt, nimmt sie noch das Wasser des Klotzweider Bachs auf. Von Nordwesten her fließt zudem der Kannegießerbach – ebenfalls unterirdisch – am Bootshaus dem Weiher zu. An diesem nördlichen Ende des Weihers wird die Pau weiter Richtung Goethestraße geführt. Von nun an bleibt sie verrohrt bis zu ihrer Mündung in die Wurm am Rehmplatz.


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Stadtplan von 1905

In historischer Zeit sah die Gewässersituation deutlich anders aus. Alten Karten zufolge nahm die Paunell (= kleine Pau) etwa den Verlauf des heutigen Bachlaufs vom Tritonenbrunnen bis in den Hangeweiher ein. Die Pau aber floss außen herum und westlich am Hangeweiher vorbei. Im Gelände ist dieser Talverlauf nicht mehr wahrnehmbar. Von Gut Klotzweide (heute unterhalb des Brüsseler Rings) her floss ihr der gleichnamige Bach zu. Da hier die Lohmühle lag, wurde der Bach auch Lohmühlenbach genannt. Die einstige Schleifmühle – die im 18. Jahrhundert in den Besitz von Cornelius Chorus kam – wurde um 1938 abgerissen. Lediglich der Name hat sich in der örtlichen Straße sowie der benachbarten Kleingartenanlage erhalten. Der Bach selber quert heute verrohrt die Kleingärten bevor er in die Pau im Kaiser-Friedrich-Park mündet.

Nur wenige Meter weiter, im Bereich der Hermann-Löns-Allee nahm die historische Pau den Kannegießerbach auf. Das gesammelte Wasser trieb die Mühlräder der Weißen Mühle an. Sie war zu Beginn eine Mahl- und später eine Spinnmühle. Auch von ihr ist nur der Name in der Kleingartenanlage geblieben.

Der Abfluss aus dem Hangeweiher kam größtenteils der Pau zugute, für die Paunelle blieb nur ein kleiner Rest. Dafür ‚durfte‘ die Paunell weiterhin weitestgehend ihrem natürlichen Verlauf folgen, während die Pau von hier aus in einem künstlichen Kanal bis ins Zentrum der Stadt geführt wurde. Auf ihrem weiteren Weg trieb sie sechs weitere Mühlen an und versorgte unzählige Gewerbebetriebe und Klosterweiher mit Brauchwasser. Für die wirtschaftliche Entwicklung Aachens war die Pau (neben dem Johannisbach) mindestens genauso wichtig wie die heißen Quellen, weshalb sie in historischen Dokumenten auch als „Reichsstrom“ (der freien Reichsstadt Aachen) bezeichnet wird.


Von der Pau schreibt H. J. Groß (IN: Beiträge zur Geschichte des Aachener Reiches, Aachen 1894) und zitiert dabei den Archivar Meyer:

„… die Pau, welche eigens aus dreierlei Quellen bestehet, deren die erstere oberhalb dem Grundhaus am Aachener Wald, die andere oberhalb dem Colinshof nach der rechten Seite und die dritte hinter der Kuhschiess zur linken Seite aus einem Sandberg ihren Ursprung nimmt und an dem Rosthor hineinfallet.“

Letztere Quelle floss anfangs durch das Burtscheider Gebiet. Ein Aachener Nähnadelfabrikant, Cornelius Chorus, welcher viel Wasser zu seiner Schleifmühlen brauchte, erbot sich dem Rathe, er wolle die Quelle auf seine Kosten mit der Pau vereinigen. Der Rath liess im Jahre 1718 den Lauf derselben durch zwei Rathsherrn und einen Burtscheider Schöffen in Augenschein nehmen und nach deren Bericht das Wasser mittels eines unterirdischen Kanals in die Pau leiten. Dadurch fand sich aber die Abtissin von Burtscheid in ihrer „habenden gerechtigkeit“ gekränkt und untersagte den Bau des Kanals. Weil jedoch die Gutachten der vom Rathe befragten Juristen zugunsten der Stadt ausfielen, setzte Letzterer seine Absicht durch. Man verständigte sich endlich am 24. Oktober 1720 mit der Äbtissin dahin, dass jene Quelle in die Pau fliessen dürfe, dagegen jedes andere auf Aachener Gebiet entspringende Wasser seinen natürlichen Lauf behalten solle.

„Der andere“ (Bach), fährt Meyer fort, „weil er weit schwächer, nennet sich die Paunell. Dieser erwachset aus den verschiedenen Quellen und Rinnen, welche sich in den zwischen dem Colins- und Hunnenhof gelegenen wässerichten Wiesen und so weitere zur Stadt zu ergeben und sich allgemein zu einem kleinen Bach vereinigen. Dieser strömt an dem Paunellenthurm, so von ihm seinen Namen hat, zur Stadt hinein. …“

(Januar 2016)