Bachoffenlegungen

Zurück an die Oberfläche

Der Name unserer Stadt geht auf das altgermanische Wort für Wasser “Aha” zurück. Ein “Mehr” an Wasser (zusätzlich zu unseren Brunnen) würde ein “Mehr” an Naturverbundenheit, Lebensqualität und Atmosphäre bedeuten. Gerade der Stadt Aachen, die sich “Ökologische Stadt der Zukunft” nennt, stünde dies gut zu Gesicht. Angesichts der Verbundenheit Aachens mit dem Wasser würde so auch ein Bewußtsein für die Geschichte der Stadt geweckt.

Die biologische und chemische Gewässergüte der Aachener Bäche hat sich in den 1990er Jahren deutlich verbessert. Da sich die Wasserqualität so günstig entwickelt hat, ist mangelnde Reinheit kein Hinderungsgrund mehr, die Bäche wieder an die Oberfläche zu holen.

Seit mindestens Anfang der 1980er Jahre gibt es den Wunsch und konkrete Pläne, die Bäche in Aachens Innenstadt wieder offen zu legen. Jedem, der sich mit diesem Gedanken beschäftigt, wird bald deutlich, welches Mehr an Lebensqualität und Atmosphäre dies für die Stadt bedeuten würde. Ökologische Aspekte spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund der innerstädtischen Gegebenheiten – hoher Versiegelungsgrad, begrenzte Fläche, hohe Frequentierung durch Menschen – bestehen leider keine Möglichkeiten, einen natürlichen Bachlauf mit gewässertypischen Pflanzen und Tieren zu entwickeln.

Dabei geht es keineswegs um das Ausgraben der mitunter in mehreren Metern Tiefe vergrabenen Bachkanäle. Diese können im Boden verbleiben und dem Hochwasserschutz dienen. Vielmehr kann das Wasser mit einer einfachen Druckwasser-Leitung, wie sie schon die Römer kilometerweise bauten, von einer höhergelegenen Stelle des Bachs mit Hilfe des natürlichen Wasserdrucks dorthin geleitet werden, wo man es gerne hätte. Ein solcher Umbau läßt sich am kostengünstigsten bei ohnehin anstehenden Um- und Neugestaltungs-Maßnahmen von Straßen und Plätzen umsetzen.

.Johannisbach am Lindenplatz und wenige Meter weiter ….

… an der Straße Annuntiatenbach.

Einer der ersten Orte, für den eine Offenlegung gefordert wurde, war der Johannisbach auf dem Lindenplatz. Hier gab es anläßlich der Umgestaltung des Platzes Anfang der 1980er Jahre die erste von der Stadt ungenutzte Chance, den Bach ans Tageslicht zu holen. Erst 1999 wurde diese Idee in die Tat umgesetzt. Seitdem erfreut sich der Lindenplatz mit Bachlauf im Sommer bei der Anwohnerschaft – groß wie klein – größter Beliebtheit.

Inzwischen existieren verschiedenste Pläne, wie und wo Bäche wieder ans Tageslicht geholt werden könnten. Die meisten sind allerdings bald auch wieder in den Akten verschwunden, oft nichtmal an die Öffentlichkeit gelangt. Sie scheiterten alle an einer fehlenden breiten Akzeptanz, am fehlenden politischen Willen, an den als wichtiger erachteten Pkw-Parkplätzen, am fehlenden lieben Geld, ….

 Hier nur einige Beispiele:

  • Pau/Paunelle zwischen Hangeweiher und Hohenstaufenallee

  • Pau/Paunelle bei dem Umbau von Mozartstraße bzw. Karmeliterstraße

  • Pau am Friedrich-Wilhelm Platz (Vorplatz Elisenbrunnen)
  • Pau in der Promenadenstraße (Synagogenplatz)
  • Johannisbach in der Straße Im Johannistal
  • Johannisbach in der Komphausbadstraße (Altes Kurhaus)

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  • Beverbach in der Oppenhofallee

  • Haarbach im Zentrum Haarens